Der Lausitzer JGV e.V.

Der Lausitzer JGV e.V.,  der sich bereits 1896 als „Lausitzer Verein für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd“ gegründet hatte, zählt zu den 11 Vereinen, die sich am 10. Februar 1899 in Berlin auf Betreiben von Hegewald, Oberländer, u.a. Jagdkynologen zum „Verband der Vereine für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd“ dem heutigen JGHV   zusammenschlossen. Der Vorsitzende des Lausitzer Vereins, Baron Robert, Fedor von Löbenstein auf Sallgast/Niederlausitz, wird zum ersten Vorsitzender dieses Dachverbandes gewählt.

Der Lausitzer JGV wirkte bis 1945 erfolgreich in der Lausitz, war aktiv an der Ausrichtung der ersten Hegewaldprüfung 1920 bei Lübbenau (Spreewald) mit 33 Gespannen beteiligt und hatte bis 1945 insgesamt 32 VGPen ausgerichtet. Letzter Vorsitzender war 1945 Standesherr Graf von Brühl auf Pförten/Niederlausitz. Der Geschäftsführer war Kreis-Oberinspektor Heinrich Küster in Sorau/Niederlausitz. In den Wirren des 2. Weltkrieges gingen alle Vereinsunterlagen verloren. Von 1945 bis 1990 ruhte die Tätigkeit des Vereins. Das heißt nicht, dass die Lausitzer Rüdemänner das Jagdhundewesen an den Nagel hängten.

Nach der kriegsbedingten Zwangspause wurde mit dem 1953 in Kraft getretenen ersten Jagdgesetz der DDR auch das Jagdgebrauchshundewesen wieder belebt und nahm ab 1961  in der Lausitz über die „Bezirksarbeitsgruppe Jagdhunde Cottbus “ unter seinem Vorsitzenden, Hermann Hoffmann, einen rasanten Aufschwung. Herman Hoffman als Nestor des Lausitzer Jagdgebrauchshundewesens ist bis heute Beisitzer im Vorstand des Lausitzer JGV.

Hermann Hoffmann
Rüdemänner wie Dr. Lutz Frank, Klaus Conrad, Erich Eckard, Rudi Meißner, Ferdi Kaufmann, Hermann Hoffmann oder Siegmar George trugen in dieser Zeit maßgebend zu einer zielstrebigen Entwicklung des Jagdhundewesens in der Lausitz bei. Sodass 1990 eine gesunde Basis für die Neubelebung des Lausitzer JGV bestand.

1990 setzten sich die „Lausitzer“ intensiv für die Gründung des „Jagdhundeverbandes der DDR“ (JHV), der im darauffolgenden Jahr im JGHV aufging, ein. Hermann Hoffmann, Klaus Conrad und Dr. Lutz Frank waren die Lausitzer Teilnehmer der Gründungsversammlung des JHV am 20. Mai 1990 in Motzen.

Konsequenter Weise erfolgte mit dem Eintrag am 4. September 1990 in das Vereinsregister Cottbus die Wiederbelebung des „Lausitzer Verein für Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd“. Er wurde mit zunächst 23 Mitgliedern (heute 300 Mitglieder) unter dem Namen „ Lausitzer Jagdgebrauchshundverein e.V.“, eingetragen und setzte sich das Ziel, die engagierte und erfolgreiche Arbeit der Lausitzer Rüdemänner die sowohl vor als auch nach 1945 geleistet wurde in ihrem Sinne des JGHV fortzusetzen.

Der Verein nahm in den darauffolgenden Jahren eine rasante Entwicklung. Dies ist vor allem, dem unermüdlichen Wirken seines ersten Vorsitzenden Klaus Conrad zu verdanken.

Klaus Conrad
Als Prüfungsverein fühlen wir uns den Jägern der Region verpflichtet, helfen ihnen geeignete Jagdhunde zu beschaffen, diese auszubilden und ihnen auf Verbands-, Leistungs- und Brauchbarkeitsprüfungen beim Bestehen der Prüfung die jagdliche Brauchbarkeit ihrer Jagdhunde zu bescheinigen und damit dem Landesjagd- und Tierschutzgesetz gerecht zu werden.

Dazu haben sich im Wirkungsgebiet des Vereins Betreuungszentren herausgebildet in denen Vereinsmitglieder den Jagdhundeführern mit ihren Hunden bei dieser Arbeit helfend zur Seite stehen. Das sind u.a. Ingrid Kreul im Raum Cottbus, Peggy Dornig im Raum Bautzen, Elke Faber im Raum Senftenberg, Manfred Kühne im Raum Luckau, Maik Weingärtner in Zehdenick nördlich von Berlin und Ilka Becker in Uckermark. Der Verein betreut prüfungsseitig die Schwarzwildgatter Walddrehna und Zehdenick. Die Mitglieder des Vereins sind maßgeblich am Erhalt der Gatter beteiligt.

Die über 40 Verbandsrichter des Vereins prüfen jährlich etwa 200 Jagdhunde, sowohl auf Anlagen- und Leistungsprüfungen des JGHV. Den größten Anteil bilden dabei die Brauchbarprüfungen nach der sächsischen BP und der brandenburgischen BP. Diese Besonderheit ist der Tatsache geschuldet, dass sich die Lausitz als historische Einheit über Südbrandenburg und NO-Sachsen erstreckt.

Seit über 10 Jahren richtet der Lausitzer JGV die „Landesschweißprüfung ohne Richterbegleitung“ des Landesjagdverbandes Brandenburg im Bereich der Oberförsterei Krausnick im Unterspreewald aus. Mit dieser Prüfung findet alljährlich das Prüfungsjahr für die Brandenburger Jagdhunde einen würdigen Abschluss. Gespanne die an dieser schweren Prüfung teilnehmen, finden hohe Anerkennung in der Jägerschaft Brandenburgs.

Zur Tradition ist es geworden, dass der Lausitzer JGV im Februar eine VR-Schulung und ein Seminar „Einführung in das Prüfungs-, Richter- und Jagdgebrauchshundewesen“ ausrichtet.

Regelmäßig beteiligt sich der Lausitzer JGV neben seinem umfangreichen Prüfungsgeschehen an folgenden jagkynologischen Ereignissen Brandenburgs:

• „Tag des Jagdgebrauchshundeshundes“ im Rahmen des Tages der Vereine im Cottbuser Spreeauenpark am zweiten Sonnabend im September
• Verbandsrichterschulung des JGHV jeweils am dritten Sonnabend im Februar des Jahres in der Gaststätte Lucas in Fehrow
• Einführungsseminar für Verbandsrichteranwärter „Einführung in das Prüfungswesen, Richterwesen und Jagdgebrauchshundewesen“ am ersten Sonnabend im Februar in der Gaststätte „Lukas“ in Fehrow
• Die Landesschweißprüfung ohne Richterbegleitung des LJV Brandenburg im Oktober bei Krausnick (Unterspreewald)

Eine solche Vereinsarbeit mit selbst gestecktem hohem Anspruch kann nur mit aktiven dem Verein eng verbundenen Mitgliedern geleistet werden.

Der Lausitzer JGV ist stolz darauf, dass von Beginn an sich im Verein Jäger, Rüdemänner und Verbandsrichter mit hohem Sachverstand, Weitblick und Tatkraft und einer gehörigen Portion Idealismus zum Wohle einer weidgerechten Jagdausübung mit dem weidgerechten Hund einsetzen. Der Verein betrachtet sich als Erbe der Altvorderen des Vereins und wirkt und arbeitet in deren Sinne weiter.