Schnell und ziemlich genau Torsten Bieler mit Elfe vom Dorgraben während der Prüfung. Foto: Jürgen Harnath/jhh1

In den Wäldern der Spreewaldgemeinde Krausnick wurde die 17. Landesschweißprüfung des Landesjagdverbandes Brandenburg ausgetragen. Schweißhunde und ihre Hundeführer sind Spezialisten, die für schwierige oder lange Nachsuchen erforderlich werden. Ein Schweißhund zeichnet sich durch ungewöhnlich guten Geruchssinn, Ruhe, Wesensfestigkeit und Finderwillen aus. Gilt es doch, beispielsweise nach einem Verkehrsunfall oder bei einer Jagd verletztes Wild auch tags drauf und bei regnerischem Wetter zu finden.

Da die Leistung der Vierbeiner nur durch häufiges Training erhalten werden kann, sind gute Hunde selten und teuer. Die Halter sind bei den Landesjagdverbänden, den lokalen Jagdvereinigungen und der unteren Jagdbehörde registriert.

Auf acht Gespanne begrenzt

Höhepunkt im Ausbildungsjahr ist die Schweißprüfung. Die hatte der Lausitzer Jagdgebrauchshundeverein e.V., unterstützt vom Landesforstbetrieb Försterei Lübben, in Krausnick organisiert. Der Verein besteht seit 1896 und ist vorwiegend in der Lausitz aktiv. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehen die Jagdgebrauchshundeausbildung und die Prüfung von Jagdgebrauchshunden.

So trafen sich am Wochenende nur die besten Hundeführer mit ihren Vierbeinern. Die Teilnahme war auf acht Gespanne begrenzt. "Das ist im Prinzip die inoffizielle Meisterschaft des Landes Brandenburg. Die besten acht Gespanne gehen an den Start", erläuterte Detlef Wuttge, Vorsitzender des Lausitzer Jagdgebrauchshund Verein. Er wurde vom LJV Brandenburg zum Prüfungsleiter bestellt. Und so traf man sich am frühen Samstagmorgen im Prüfungslokal in Krausnick. Nach Begrüßung, Meldung der Jagdhundeführer, Verlosung der Fährten ging es dann per Geländewagen in die Reviere.

Die Bläser der Jagdhornbläsergruppe Lübben sorgten für eine standesgemäße musikalische Umrahmung. Die für die Prüfung notwendigen Fährten wurden 40 beziehungsweise 24 Stunden vor Beginn der Suche gelegt. Es handelte sich dabei um eine imitierte Nachsuche von krankem Wild. Die acht Fährten waren 1000 Meter lang und es wurde ein viertel Liter Hirschblut verwendet.

Mehrere Anlaufpunkte gelegt

Auf der Fährte wurden acht Verweiserpunkte gelegt, die zu finden waren. Die Hundeführer hatten für ihre Nachsuche zwei Stunden Zeit. Es siegte, wer die meisten Verweiserpunkte nachweisen konnte. Bei gleicher Anzahl entschied die benötigte Zeit. Sieger wurde in diesem Jahr Elfe vom Dorgraben mit seinem Führer Torsten Bieler aus Tröbitz. Er benötigte für die 1000 Meter Fährte sagenhafte 21 Minuten. Der Hund, ein bayerischer Gebirgsschweißhund, zeigte sieben von acht Verweiserpunkte an. Für Prüfungsleiter Detlef Wuttge war das eine sehr gute Arbeit. "Um solch eine Leistung zu erbringen, sind mindestens zwei Jahre intensives Training notwendig", erklärte Detlef Wuttge.

Pech hatte Bianca Fehrenbach mit ihrem Langhaarrüden Bo vom Mühbrocker Meer. Der Rüde fand zwar alle acht Verweiserpunkte, aber überschritt das Zeitlimit von 120 Minuten. Sieger Torsten Bieler hat daraufhin seinen Preis, eine Einladung zu einer Gesellschaftsjagd, an Bianca Fehrenbach abgegeben.

Zum Ende der Veranstaltung war man sich einig; Von allen Teilnehmern wurde die Prüfung als sehr gelungen bewertet. Demonstrierte sie doch in beeindruckender Weise die Leistungsfähigkeit der besten Nachsuche-Hunde des Landesjagdhundeverbandes.